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Die Unruhen in der arabischen Welt, die sich nun schon uber ein Jahr hinweg ziehen, bringen neben dem anhaltenden, regionalen Kampf um Demokratie eine wichtige Erkenntnis mit sich: Es ist eine Reflexion aber den weltweit wichtigen technologischen- und Die Unruhen in der arabischen Welt, die sich nun schon uber ein Jahr hinweg ziehen, bringen neben dem anhaltenden, regionalen Kampf um Demokratie eine wichtige Erkenntnis mit sich: Es ist eine Reflexion aber den weltweit wichtigen technologischen- und
by Dr. Anis H. Bajrektarevic
2013-05-25 10:21:08
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was01_400Die Unruhen in der arabischen Welt, die sich nun schon über ein Jahr hinweg ziehen, bringen neben dem anhaltenden, regionalen Kampf um Demokratie eine wichtige Erkenntnis mit sich: Es ist eine Reflexion über den weltweit wichtigen technologischen- und mehr noch- geopolitischen Durchbruch; eine Flucht vor der Logik des Kohlenwasserstoff- Status- Quo, welche – nach Kopenhagen 2009 und Durban 2011 – auch in Rio (Erdgipfel 2012/ Rio+20) scheitern wird.

„Niemand regiert unschuldig“, schreibt wie de Beauvoir in Ihrem Aufsatz, „Für eine Moral der Doppelsinnigkeit“. (1947)

Der populäre McFB-Aufstand[1] endet nach viel heißer Luft mit einem desillusionierenden Nachspiel, das mehr Schusswaffen und weniger Vertrauen in den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), sowie höhere (Moral- und Umwelt-, sozio-ökonomische und politische, psychologische und Sicherheits-) Kohlenstoff- und Energiekosten in der Welt mit sich bringt. Als hätte die provokative Nostalgie schon wieder gewonnen. Aufrechterhalten vom intensivem Wettbewerb, um begrenzte Ressourcen, anstelle von realen und weitreichenden politischen Entscheidungen. Gefangen in ihrer indigenen Unfähigkeit und des globalen, blinden Gehorsams (der Sucht nach fossilen Brennstoffen) und einem weiteren Trauma, bleibt die Arabische Welt die Geisel in einem geo-politischen und geo-ökonomischen Megadrama.[2] Jedoch, scheint all das von oben bestimmt zu sein, wenn auch nicht von Beginn an alles vorbestimmt war.

Das große Dilemma und MENA

Das MENA-Theater befindet sich in einer der faszinierendsten Regionen der Erde. In diesem Teil der Erde befindet sich der einzige existierende Landkorridor, der 3 Kontinente verbindet. Des Weiteren umfasst die Region 6 % der gesamten Weltbevölkerung, was dem demographischen Gewicht der USA (4,5 %) und Russland (1,5 %) zusammen entspricht. Während die USA und Russland einzelne Staaten sind, besteht das MENA- Gewächs aus dutzenden fragilen Teilen, welche durch ihre religiösen, politischen, ideologischen, historisch-kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Unterschiede geprägt sind, die scheinbar kaum größer sein könnten. Dennoch bedeckt das MENA-Gebiet nur 3 % der gesamten Landoberfläche (im Gegensatz zur USA mit 6,5 % und Russland mit 11,5 % Flächendeckung). Die sich daraus ergebende hohe Bevölkerungsdichte, gekoppelt mit einem starken demographischen Wachstum, veranlasst diese äußerst junge Bevölkerung (das Durchschnittsalter beträgt 23 bis 25 Jahre), für ihre endlichen und knappen Ressourcen zu kämpfen, seien es Land, Wasser oder andere Grundlagen. Diese Bevölkerungsschicht wird hauptsächlich von arbeitslosen bzw. unterbeschäftigen Jugendlichen mit einer starken sozialen Mobilisierung dominiert.

Die Konkurrenz in diesem, von externer Vorherrschaft und Beeinflussung geprägtem Theater, ist groß, vielfältig und unvorhersehbar. Aus diesem Grund ist die Berechnung von existierenden oder alternativen sozio-wirtschaftlichen, ideologischen, kulturellen und politisch-militärischen Modellen kaum machbar.

Interessanterweise hat die letzte Krise, auch die Facebook Revolution genannt[3], die MENA Republiken (egalitäre und säkulare Regime in formalen Demokratien) quasi „ausgeknockt“, die vorherrschenden, absoluten Monarchien (äußerst unterdrückende, theokratische Regime – Verfechter der Alleinherrschaft) der arabischen Halbinsel einstweilen aber verschont. Die zeitgenössische Version von Metternich’s Allianz der östlichen, konservativen Gerichte – der Golf Kooperationsrat (GKR) ist der große Gewinner der vergangen Unruhen; (i) strategisch – beständigere Regime und Ideologien, welche in ihre politische und diplomatische Offensive übernommen wurden[4]; (ii) institutionell – neben ihrer Dominanz in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), haben die GKR Theokratien praktisch auch die Kontrolle über die Arabische Liga (Liga arabischer Staaten, kurz LAS) übernommen und legen neben dem Programm auch die politische Orientierung und Sanktionen fest; und (iii) geo-wirtschaftlich – riesige Erträge aus dem Erdölexport: Erweiterte Quoten, welche durch Lieferstörungen und Embargos gegen Libyen sowie dem generellen Preisanstieg (auf Grund von Unsicherheiten in der MENA Region) hervorgerufen wurden, ermöglichen Exporte größerer Mengen Erdöl. Somit konnte z.B. die offizielle Informationsagentur Bahrain’s ein Wirtschaftswachstum von nahezu 20 % für das Jahr 2011 vermelden. Wenn überhaupt irgendein Frühling in der arabischen Welt stattgefunden hat, dann war es eher ein Aufkeimen von (wahhabi-sektierischen) Ideologienund Erdöl-Exporten der GKR Autokratien in 2011.[5]

Die Verkündung der USA, ihre physische Präsenz in Afghanistan zu reduzieren[6], die Bekanntgabe seiner Grenzen im (gescheiterten und nuklearen) Pakistan, die massiven Überanstrengungen die an der südwestlichen Flanke des eurasischen Kontinents getätigt werden, sowie der jüngste Rückzug der US-Armee aus dem Irak, werden innerhalb des GKR (sowie in Frankreich, Israel und der Türkei) als sehr kritisch betrachtet. Sie sind dadurch ihrem Nachbarn, dem Iran (welcher vermehrt als durchsetzungsfähig betrachtet wird; Russland und China hinter ihm stehend), direkt ausgesetzt.

Im Moment zahlt Syrien den (Stellvertreterkrieg) Preis: Dieses multi-religiöse Land könnte komplett verbrannt enden und somit ein gefährliches Sicherheitsvakuum im Herzen der MENA erzeugen. Die Lieferanten und Konsumenten des Öls sind entschlossen, ihren Kampf zur Aufrechterhaltung des Status Quo zu verstärken und schlussendlich zu diversifizieren und zu intensivieren.[7]

Petro-retro Status Quo: Petrodollars und Petrosicherheit

Das geo-wirtschaftliche Interesse der USA am Golf ist durch seine umfangreiche Agenda geprägt, die unweigerlich mit den allumfassenden Anliegen um die globale Sicherheit gekoppelt sind. Es ist allseits bekannt, dass Öl bei weitem der meistgehandelste Rohstoff unserer Erde ist und schätzungsweise 12 % des Welthandels ausmacht. Der größte Teil des international gehandelten Öls entspringt dabei im Golf.[8] Folglich sind die Bemühungen der USA im Golf sehr herausfordernd: (i) um die freundlichen, lokalen Regime (mit all ihren sozio-politischen und ideologischen Einrichtungen) zu unterstützen; (ii) um sich, im Gegenzug ihr Einverständnis für die massive physische Militärpräsenz und die Zustimmung dafür in den internationalen Foren zu sichern; (iii) um ihre bestimmende Rolle in der Region aufrecht zu halten und einen ungehinderten Fluss des Öls sicherzustellen; (iv) um der Hauptgarant für Sicherheit zu bleiben und feindliche Übernahmen zu vermeiden – sei es eine Übernahme eines Erdöl-exportierenden Landes, oder eine auf Grund von internen politischen, oder von Klans hervorgerufenen Tätigkeiten; (v) um die Ölfördermengen und Geldflüsse innerhalb der Golfregion genau zu überwachen und um die immensen Erdölerträge (meistens) durch lukrative Waffengeschäfte oder anderen Sicherheitsabkommen zu recyceln[9]; (vi) daher werden sie graduellen Veränderungen der lokalen sozio-wirtschaftlichen und politisch-ideologischen Rahmenbedingungen nur zustimmen wenn diese keinen Kompromiss zu den US-Zielen, wie oben von (i) bis (v) genannt, darstellen.

Auf der anderen Seite von Hormuz verbindet der Iran die Euro-Med/MENA Region mit Zentral-, Süd- und Ostasien und überbrückt als einziges Land die zwei europäisch-asiatischen (Energie-)Hauptakteure – den Golf und das Kaspische Meer. Das macht den Iran zur geopolitischen und geo-ökonomischen Schlüsselfigur der Region – eine Möglichkeit, aber zugleich  auch eine enorme Expositionierung! Da ist es wenig verwunderlich, dass die physikalische Präsenz der USA im Golf als doppelte Gefahr für den Iran angesehen wird – geopolitisch und geo-ökonomisch. Seit dem unerwarteten Fall das Schahs 1979, haben beinahe alle US-Regierungen, aber vor allem jene unter G.W. Bush, einen Regimewechsel in Teheran befürwortet. Am internationalen Ölmarkt hat der Iran wenig Bewegungsspielraum - weder beim Preis noch an den Quoten. Auch innerhalb der OPEC wird das Land häufig durch die GKR zum Schweigen gebracht.[10]

Die US-Hegemonie im Golf - eine Kombination aus monetärer (Öl wird exklusiv in US Dollar, und überwiegend über die Börsen in New York (NYMEX) und in London (IPE) gehandelt) und physischer (die US Navy kontrolliert alle transozeanischen Erdölexporte) Kontrolle - ist die wesentliche Bestätigung, sowie die entscheidende Quelle der US-amerikanischen Stellung rund um den Globus.[11]Solange Öl in USD gehandelt wird, bleibt der US Dollar die attraktivste Währung um Devisenreserven anzulegen (zirka 68 % der globalen Devisenreserven werden in USD gehalten) und können (wirtschaftliche und politisch-militärische) Sicherheit und fossile Brennstoffe (als Energielieferant) nicht voneinander getrennt werden. Diese Vorherrschaft beruht aber nicht nur auf der Exklusivität des USD als „Ölwährung“, sondern auch auf der Einzigartigkeit der Preispolitik.

Die Geschichte des Öls ist von einer Preisstrategie geprägt, die einerseits satte Gewinne (über 7-Sisters hauptsächlich an der Wall Street – eine weitere unverzichtbare Säule der amerikanischen Macht) für das „schwarze Gold“ erzielt. Andererseits wurde der Preis nie zu hoch angesetzt hat, um entschlossenes und eigentlich folgerichtiges Investment in Richtung alternativer Energie zu ermutigen. Faktoren wie Komplexität, monetärer Aufwand oder Zeit, um den fundamentalen, technologischen Durchbruch zu erzielen, sind nicht das Hauptproblem grüner/erneuerbarer Energie. Die Kernfrage betrifft den geopolitischen Durchbruch. Die Monopolisierung von Öl und Gas ist bequem und einfach (auf Grund ihrer Gewinnung und der internationale Flüsse, sowie der Preis- und Konsummodalitäten) – es ist ein physischer Rohstoff mit bestimmter Lokalität. Grüne Technologie hingegen, (ohne bestimmter Lokalität oder Währung) wird sich dem Markt früher oder später öffnen und somit, für einige - wenn nicht alle - frei zugänglich. Somit bleibt die Erhaltung des Status Quo das oberste Gebot US-amerikanischer Außenpolitik.[12]

Ergo, Öl (und Gas) sind weit mehr als „nur“ Energie. Petroleum (sei es ein biogenes Mineral oder nicht[13]) ist ein sozio-wirtschaftliches, psychologisches, kulturelles, finanzielles und politisch-militärisches Konstrukt, ein Phänomen der Zivilisation, welches unsere Welt der „Horizontalitäten“erschaffen hat und folglich für uns akzeptabel ist.

Im weiteren historischen, vertikaleren oder psychologischen Sinn, tragen der Kohlenwasserstoff und seine psychische Knappheit sowie seine Monetisierung (und damit verbunden Militarisierung) eher zu einem restriktiveren Status Quo als einem Anreiz für Entwicklung bei. Im Wesentlichen fordert diese Entwicklung kein Engagement, sondern Compliance.[14] Es zeichnet sich ab, dass der Konsum fossiler Brennstoffe (zusammen mit der dazugehörigen Preispolitik) nicht nur den Klimawandel (wiederholtes Scheitern von Durban) verursacht, sondern den globalen Klimawandel aufrechterhält – planetarische Konkurrenz und Konfrontation (über begrenzte Ressourcen) – wobei die Situation in der MENA Region nur die Spitze des Eisberges repräsentiert. Folglich lässt dieses höchst abhängig machende[15] Konstrukt nur eine (technologische) Modernisierung zu, die defensiv, einschränkend und reagierend ist. Dabei ist es kein Wunder, dass die Demokratie zu kurz kommt.[16]

Gibt es irgendetwas Bemerkenswertes zwischen der Arktis und dem Pazifik?

"... die kühne russische Arktis-Politik ist (noch) ein weiteres Signal, dass der Bund ... seine (nicht territorialen Einfluss und geopolitisch) Projektion als wichtiger Energielieferant der Welt während des 21. Jahrhunderts erhöhen wird..." – merkte ich 2009 an.[17] Zur Klarstellung: Weder die territoriale Größe Russlands und historischen Bedeutung, noch Stolz und sozio-ökonomische Notwendigkeit werden bewirken, dass Moskaus Machtstatus auf den zweiten Rang absteigt.[18] Wie wird die Föderation diese strategischen Vorgaben umsetzten?

Wir haben bereits die beiden wichtigsten Säulen der amerikanischen Macht. Die sogenannte „Zwillingsmacht der Ostküste“: das Pentagon und die Wall Street diskutiert. Nun, da ist auch die „Zwillingsmacht der Pazifikküste“. Das post-sowjetische Russland hat weder die Ideologie – die globale soft power Attraktivität der US-Unterhaltungsindustrie und ihren Ehrgeiz (Hollywood), noch hat es den dynamischen, weltführendenden und hoch lukrativen High-Tech- und IT[19]-Sektor (Silicon Valley) der US.

Lassen Sie uns großzügig die quantitative und qualitative Parität zwischen den USA und den russischen Streitkräften annehmen. Noch immer erfordert militärische Modernisierung konstante Investitionen. Wie kann man dies aufrechterhalten? Moskau hat einen großen Vorteil: Die US importiert Kohlenwasserstoff während die Föderation es exportiert. Dennoch kontrolliert die Wall Street die internationalen (Petrodollars) Geldströme - auch die post-sowjetischen Republiken handeln Öl nicht in Rubel, sondern in US-Dollar. Daher hat Moskau, um seinen strategischen Zielen nachzukommen und zu finanzieren, sowie um auf die wachsenden internationalen Energiebedürfnisse und den innenpolitischen Druck zu reagieren, Nicht-High-Tech-Exporte – fossile Brennstoffe - zur günstigen Verfügung (kein Silicon Valley, kein Hollywood). Ergo ist Russland ungeschützter und verwundbarer als die USA[20] und ist daher ein noch stärkerer Befürworter der aktuellen internationalen Marktbedingungen[21] und des Kohlenwasserstoff Status quo.

Auf der östlichen, aufsteigenden Seite des eurasischen Kontinents ist die chinesisch fluktuierende Wirtschaft überhitzt und nur allzu gut im Petrodollar-System integriert. Peking kann es sich derzeit nicht leisten, oder es in Erwägung ziehen, Ressourcen für die Suche von Alternativen aufzubringen. Die Wirtschaft Sinos ist auf Niedriglöhne und Arbeitsintensivität aufgebaut. Die chinesische Wirtschaft ist stark vom Export abhängig und Chinas Reserven sind überwiegend eine Mischung aus US Dollar und aus US-Staatsanleihen. Um sich selbst als alleinstehende, sozio-politische und eindrucksvoll wirtschaftliche Einheit zu erhalten, benötigt die Volksrepublik mehr Energie und weniger externe Abhängigkeit.

National ist der Druck des demographischen Wandels sehr groß. Regionale Anforderungen sind hoch und die Erwartungen sind am Steigen. Mit Rücksicht auf den besten externen Ausgleich der Energieabhängigkeit (und Festiger des inneren Zusammenhalts), scheint China sich der militärischen Aufrüstung zuzuwenden, anstatt der resoluten alternativen Energien / Green Tech Investitionen – da es keine Zeit, Plan oder Ressourcen hat, um beides auf einmal zu tun. Das Große und Ganze ignorierend, glaubt Peking (wahrscheinlich fälschlicherweise), dass eine dauerhafte Beherrschung, vor allem des südchinesischen Meeres, unerlässlich sei und dass - zeitgleich - fossile Brennstoffe zur Verfügung stehen (z.B. in Afrika und am Golf), an die man sogar billiger mit der Hilfe von Kriegsschiffen gelangen kann.[22]

Die Möglichkeit sich für beide strategische Optionen zu entscheiden, wird in der dynamischen Asien-Pazifik-Region Widerhall finden. Allerdings sind die Nachrichten diametral: Ein durchsetzungsfähiges Militär – entfremdet, neue Technologie – zieht Nachbarn an. Schließlich erobern Armeen (und zerstören Werte), während Technologien bauen (und Werte schaffen)!

Somit würde ein beschleunigtes Aufrüsten in der Asien-Pazifik Region nur zur Stärkung des Kohlenwasserstoff Status quo beitragen. Mit ihrer derzeitigen Ausprägung ist es schwer vorstellbar, dass jemand den USA in den folgenden Jahrzehnten in der Petro-Sicherheit, Petro-finanztechnisch und Petro-militärisch den globalen Übungsplatz streitig machen kann. Angesichts der planetarischen Petro-finanziellen-technischen-militärischen kausalen Konstellationen, wird diese Art der Konfrontation gut beherrscht. Aus diesem Grund werden weiter nur die USA und die engsten Verbündeten profitieren.

Um das Bild zu vervollständigen, sowohl Russland als auch China unterstützen den Kohlenwasserstoff Status quo. Andere Schauplätze sind geo-wirtschaftlich zu abhängig: Am Lieferantenende (zentralasiatischen Republiken, Brasilien, Kanada,[23] Mexiko, Norwegen, Venezuela, etc.) und am Empfängerende (Indien, Australien, Südafrika, etc.) – ist niemand genügend geopolitisch emanzipiert, um einen bedeutsamen Schritt zur Dekarbonisierung auch nur in Erwägung zu ziehen. [24]

EU-genetisch oder dynamisch?

Weniger explizit, die EU (als post-westfälisches Einvernehmen der 4 Europas – Konglomerat aus dem Atlantik, Mittel-, Ost- und Skandinavischen Europa) wird sich auch einvernehmlich auf den Kohlenwasserstoff Status quo einigen. Wirft man einen genaueren Blick auf die frühen und aktuellen Brüsseler transport- und energiepolitischen Initiativen, wird deutlich sichtbar, dass die Idee in erster Linie durch die gemeinsame Sicherheitspolitik getrieben wurde. Ein Versuch, externe Schwachstellen zu minimieren, die Energieabhängigkeit (z.B. Energieeffizienz-Initiativen: EEP, Europa 2020, EUFORES, etc.) beinhalten.[25]

Die Union war zuerst (und ist) vor allem ein Friedensvertrag für die Erholung des Nachkriegs Europas. Daher dienten beide Einrichtungen (EGKS und EuroAtom) einem vertrauensbildenden Zweck und nicht dem/den energiebezogenen Clearinghaus/häusern.[26] Die Energiepolitik (Lieferanten für & Zusammensetzung des ursprünglichen Energiemix, Steuern, etc.) sowie der Transport  (Mittel und Modi) liegen strikt in der individuellen Kompetenz der Mitgliedstaaten (MS) des Blocks.

Jede Änderung des derzeitigen Status quo würde die gemeinsame Plattform der Mitgliedstaaten über den Rat der EU voraussetzten (und der anschließenden Formalisierung einer solchen Position durch das EU-Parlament) voraussetzten. Das Fehlen einer solchen gemeinsamen Vereinbarung bedeutet eine Bestärkung des Kohlenwasserstoff Status quo. Letztlich ist es nicht nur so, dass das atlantische Europa und Mitteleuropa ihren jeweiligen Energie-Zufluss, dessen Zusammensetzung und externe Abhängigkeiten anders (und selektiv) verwalten.[27] Der Streitpunkt des Kohlenwasserstoff Status quo ist eng mit der Frage des Euros verbunden (und der US Dollar Wechsel/Leitwährung: Dem britischen Pfund).

Für die stark exponierte Euro-Zone (unsichere globale Finanzkrise) ist es eine bittere Wahl zwischen einem Petroleum-orientierten Dollar (als Stabilitätsfaktor) und der Rückkehr zum Gold (d.h. zu den pre-Nixon Shock Zeiten, bevor die Bretton Woods Vereinbarung aufgelöst wurde). Brüssel und die Europäische Zentralbank (EZB) glauben, dass sie, über die US Federal Reserve einen Einfluss auf den US-Dollar ausüben können, während heutzutage Gold überall vorhanden ist – am wenigsten in den USA oder in den EU Reserven oder deren Minen. Einfach ausgedrückt, ist/sind die post-Nixon Währung/en verhandelbar; Gold ist ein festes, nicht-korrosives Metall. Auch sollte man nie vergessen, dass sich das politisch einflussreichste Segment der Union - Atlantik Europa -  den gleichen Ozean mit den USA teilt und alles was damit verbunden ist (einschließlich der „monetären Nationalismus- Einzigartigkeit“).

Aber neben Japan, wird Brüssel ein Haupt-Promotor des "Kyoto II"-Mechanismus bleiben. Das UN-Rahmenabkommen über Klimaänderungen (UNFCCC) mit seinem Protokoll von Kyoto von 1997, brachte China und Indien in den "Emissionen toleranten" Anhang II, sodass beide anschließend das Instrument ratifizierten. Die USA und Russland wurden in den viel weniger nachsichtigen Anhang I gereiht.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Kontraktion der post-sowjetischen Wirtschaft und Demographie wusste der Kreml, dass es leicht sein würde, das vor 1990 erstellte Emissionsziel zu erfüllen. Dennoch waren es schlussendlich Verhandlungen bis zum Ende des Jahres 2004. Mit 17% Verschmutzungsallokation war die Ratifizierung Russlands ausreichend genug um Kyoto, welches letztendlich kurz darauf in 2005 in Kraft getreten war, zu aktivieren.

Die EU-formale Unterstützung für das Kyoto-Protokoll und "der Geist des UNFCCC / IPCC" hat mehrere Reflexebenen. Ohne Motivation, alles im Detail auszuarbeiten, lasst uns einfach beachten, dass die Gründe der Union von politischer (deklarierte Prinzipien) und wirtschaftlicher (pragmatischer) Natur sind.

Da das Konglomerat von Staaten, dem supranationalen Prinzip der Ritualität verbunden ist, ist es normal für den Block (zumindest deklarativ), jegliche multilaterale Unterstützung zu befürworten, was einerseits eine supranationale Vorstellung und andererseits auch die volle Horizontalität der Durchführung und eine Kontrolle eines Compliance-Mechanismus voraussetzt.

Die Kyoto-Bestimmungen der späten 1990er Jahre waren in perfekter Harmonie mit den zwei großen Roadmap-Strategien der EU: Lissabon (2000) und Göteborg (2001) - und damit die freiwillige EU-Selbstbefürwortung über das Emissions Trading Scheme (ETS). Dies war wegen folgender Notwendigkeit klar: In der globalisierten, wettstreitenden Welt, hat die Union von bescheidenem wirtschaftlichen-  und ohne demografischen Wachstum, nur die Möglichkeit eine wissensbasierte Wirtschaft zu werden- wiederaufgebaut als faire und ausgewogene, postindustrielle Gesellschaft. [28]

Beide Strategien wurden allmählich aufgegeben. Die Gruppe vergrößerte sich (nach Osteuropa, hauptsächlich die Staaten, deren Volkswirtschaft nach der Auflösung des Warschauer Pakt Lagers geschrumpft sind - das heißt, die, die in der Lage sind, um die Kyoto Kriterien zu erfüllen), und die erneuerbare postindustrielle Grün-Technologie der Union wartet auf bessere Zeiten. [29]

Wie schnell ist die Verschiebung?

Brüssel ist gut positioniert, wird aber kein globaler Spitzenreiter in Technologie Neuheiten sein.[30] Für eine solche (Kohlenwasserstoff- Depsychologisierungs-) Wende hat es weder eine innere Kohärenz, visionäre Kraft, noch eine externe Position. Das EU-Wirtschaftswachstum ist sehr symbolisch trotz der gewaltigen territorialen Erweiterungen des letzten Jahrzehnts. Eigentlich könnte das Wachstum der Union in vielen Kategorien negativ dargestellt werden. Es ist eine nostalgische Erinnerung, dass es einmal das Europa des (wirtschaftlichen und demographischen) Wachstums, ein Europa der Macht war.

Europa ohne Wachstum ist ein Europa der Prinzipien (oder zu sagen: Der administrativen Rahmenbedingungen des Kolonialismus). Die Ost-Erweiterung der EU war eine Tugend der Notwendigkeit: Eine letzte territoriale Expansion, ausnahmsweise nicht auf Zwang basiert, sondern auf Grund der anziehenden transformativen Macht der EU.

Innerhalb der OECD/IEA Gruppierung, oder der nahestehenden; die G-8 (die Staaten mit Ressourcen, Infrastruktur, Tradition und Know-how um die grundlegenden technologischen Durchbrüche voranzutreiben), ist es nur Japan, das ernsthaft eine Kehrtwende in Richtung grüner/erneuerbarer Technologie in Erwägung zieht. Tokios externe Energie-Abhängigkeiten sind stark und langlebig. Nach dem jüngsten nuklearen Trauma wird Japan noch ein paar Jahre benötigen, um den (psychologisch und wirtschaftlich) Schock zu verarbeiten – aber es wird seine Lektionen lernen.

Für eine solche imposante Wirtschaft und beachtliche Demographie, die auf einer kleinen Landmasse, die immer wieder durch verheerende Naturkatastrophen heimgesucht wird, (und abhängig von weiteren zerstörerischen äußeren Einflüssen - arabisches Öl) liegt, könnte es sein, dass eine entscheidende Verschiebung in Richtung Grüne-Energie der einzige Weg ist um zu überleben, sich wieder zu beleben und sich schließlich zu emanzipieren.

Ein wichtiger Teil des US-Japan-Sicherheitsabkommens ist  die Garantie für sichere US Energie-Versorgungsleitungen, die dem (nach dem Zweiten Weltkrieg entmilitarisierte) Tokyo gegeben worden sind. Nach dem kürzlichen Erdbeben-Tsunami-Strahlungsarmageddon, sowie der Beglaubigung des aktuellen chinesischen Militärs/Marine- Geredes[31], wird Japan unweigerlich seine Energiepolitik, sowie die Zusammensetzung seines primären Energiemixes überdenken und überarbeiten. Das lässt den fernen Osten als eine mögliche Zone der Grün-technischen-Qualität erscheinen und macht es in dem kommenden Jahrzehnt zu einem Anziehungspunkt für viele Asiaten.

Anis H. Bajrektarevic, Geopolitik für Energie Editorial Member - Vorsitzender für Intl. Law & Global Pol. Studies - Wien, 22 FEB 2012

 

(Basierend auf dem öffentlichenVortrag “Asia – Pacific: The Hydrocarbon Status Quo and Climate Change”, Chulalongkorn University, Mahachulalongkorn/MEA Think-Tank; Thailand, Bangkok 04 OKT 2011)

From the English original Geopolitics of Technology and the Hydrocarbon-Status-Quo

translated by: Anna Schuberth (Katrin Kahr and Bianca Langer, rev.)

Literaturangaben:

1.       Muhic, F., (1983) Teorija Drzave I Prava (Theory of States and Law), Svjetlost Sarajevo;

2.       Cleveland, W. L., (2000) A History of the Modern Middle East, West View Press, Oxford;

3.       Bajrektarevic, A. (2005) Destiny Shared: Our Common Futures – EURO-MED Human Capital beyond 2020, Crans Montana Forum, Monaco;

4.       Maalouf, A., (1984) Les Croisades vues par les Arabes (The Crusades Through Arab Eyes), Schoken Books, NY;

5.       Engdahl, F.W. (2004) A Century of War: Anglo-American Oil Politics and the New World Order, Pluto Press London

6.       The UN Development Program: Human Development Report 2011 (IHD Index, Poverty and Inequality);

7.       The World Bank – World Poverty Index, (2005 PPP), Statistics: 1990 – 2010;

8.       Wright, L. ( 2006) The Looming Tower, Random House New York

9.       Bajrektarevic, A. (2010) Arctic and Antarctic – Security Structures Surrounding the Two Poles, Geopolitics, History and International Relations 2 (2): 218-219, Addleton Publishers 2010

10.   Diamond, L. (2008) The Spirit of Democracy: the Struggle to Build Free Societies throughout the World  /Thinking of the Hybrid Regimes/, Times Books – Henry Holt Publishers 

11.   Bajrektarevic, A. (2011) The Melting Poles: between challenges and opportunities, Central European Journal of International and Security Studies, CEJISS 1/2011– Special Edition: Arctic and Antarctic Meltdown

12.   IAE, International Energy Agency – World Energy Outlook 2011, IEA Paris 2011;

13.   The UN Framework Convention on Climate Change, UN FCCC/1992/84, GE.05-62220 (E) 200705 and the Kyoto Protocol to the UN FCCC of 1998, UN Office of Legal Affairs;

14.   The UN Climate Change Conference, Durban 2011, Reports November – December 2011 (COP 17, Bali Action Plan and Cancun Agreements), Secretariat of the UN FCCC, Bonn Germany

15.   Stieglitz, J. (2002) Globalization and Its Discontents, Penguin Books

16.   Krayushin, V.A. (1994) The Exploration of the Northern Flank of the Dnieper-Donets Basin – Key findings (research paper submitted for the VII Intl. Symposium on the Observation of the Continental Crust through Drilling) DOSECC, Santa Fe, New Mexico, 1994

17.   Brzezinski, Z. (2004) The Choice, Basic Books (Perseus);

18.   Fukuyama, F. (2004) State Building, NY Cornell University Press;

19.   Mawdsley, E and McCann, G. (2011) India in Africa – Changing Geographies of Power, Pambazuka Press/Fahamu;

20.   Kagan, R. (2003) Of Paradise and Power, Vintage Books New York

21.   Primakov, Y.M. (2004) A World Challenged, Brookings Institution Press/Nixon Center

22.   Kissinger, H. (1999) Years of Renewal, Touchstone- Rockefeller Center;

23.   Ivanov, I.S. (2002) The New Russian Diplomacy, Brookings Institution Press/Nixon Center

24.   Leonard, M. (2005) Why Europe Will Run the 21st century, Fourth Estate London

25.   Ignatius, D. (2008) America and the World – Zbigniew Brzezinski and Brent Scowcroft by David Ignatius, Advanced Uncorrected Proof Text, (September 2008) Basic Books Washington

26.   Friedman, G. (2009) The Next 100 Years, Anchor Books/Random House NY;

27.   Future Conflict Studies (2009) Understanding Human Dynamics, Report of the US Defense Science Board Task Force, March 2009;    

28.   Mulgan, G. (2006) Good and Bad Power – The Ideals and Betrayals of Government, Penguin Books

29.   Bajrektarevic, A. (2011) The Hydrocarbon Status Quo – Euro–Asian Imperatives, Geopolitics, History and International Relations 3 (2), Addleton Publishers 2011

30.   Bajrektarevic, A. (2012) Why Kyoto Will Fail Again, Geopolitics of Energy, 34 (1), CERI Canada 2012

Abstrakt:

Warum scheitert der Kyoto Mechanismus schon wieder?                                                                                        Ist Öl mehr als Energie? Ist das ein Konstrukt, dass die Welt, wie wir sie kennen, geschaffen hat und für uns am Laufen hält?                     

„Niemand regiert unschuldig“ – wie de Beauvoir in Ihrem Aufsatz „Für eine Moral der Doppelsinnigkeit“ (1947) sagt.                                                                                                     

Als Mitglied der Chefredaktion, eröffnet Prof. Bajrektarevic sein Werk, indem er über die jüngsten Unruhen der letzten Jahre im Mittleren Osten und Nordafrika reflektiert. Er fürchtet, dass die Region nur wenig Fortschritt im Bezug auf Demokratie machen wird, um die viel größere geopolitische Verpflichtung, den „Kohlenwasserstoff- Status- Quo“, aufrechtzuerhalten. Die Militär- und Wirtschaftsmächte dieser Welt haben wenig Motivation, ihren gegenwärtigen Energiemix durch technologische, politische und sozio-ökonomische Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu ändern. Eine mögliche Ausnahme ist Japan, ein Land mit unzureichenden, lokalen Kohlenwasserstoff- Ressourcen und einer wachsenden Anzahl von Energie-bezogenen Problemen. Diese Tatsache indiziert für den Autor, dass Asien und der Ferne Osten in der kommenden Dekade als mögliches Kompetenzzentrum für neue/grüne Energie zu sehen ist.

Key words:

Demokratie, Freiheit, Eigenstaatlichkeit und territorial Integrität, Geopolitik, Ideologie, Asien, Kohlenwasserstoff- Status- Quo, Kyoto Protokoll, Petrodollar und Petrosicherheit, Grüne Technologie, internationales Rechtsystem, Diplomatie und international Legitimität, Japan, Iran, GKR, Russland, die USA, China, Kanada, Verpflichtungen des 21. Jahrhunderts;


[1] McFB (McDonald’s-Facebook) ist eine neue Wortbildung des Autors

[2] Den arabischen Frühling und andere, ähnliche Aufstände analysierend haben einige Autoren die Person des Jahres 2011 des Times Magazins frei zitiert – und allegorisch das „Jahr des nützlichen Idioten“ ausgerufen. (Toni Cartalucci, 24 DEC 2011, Global Research).

[3] Eines ist jedoch sicher: Während des „Revolutionsjahres 2011“, als Staatsschulden rasant anstiegen, Sparmaßnahmen an der Tagesordnung standen und soziale Proteste die Agenda der Staaten rund um den Globus (inklusive der Euro-Zone) bestimmten, hat Facebooks Beliebtheit rasant zugenommen. Facebook nähert sich jetzt der magischen Zahl von 1 Billion Nutzern. Davon leben 85 % außerhalb der USA und Canada. Weiters hat Fb im Gegensatz zur weltweiten Rezession seine Erträge fast verdoppelt: von 2 Billionen USD im Jahr 2010 auf 3,7 Billion USD im Jahr 2011. Seit dem Markteintritt 2004 hat Zuckerberg sturen Widerstand gegen jegliche öffentliche Monetisierung geleistet. Schlussendlich hat er aber dem verlockenden Angebot nachgegeben und Fb an der New Yorker Börse gelistet. Mit dem Börsengang dieses milliardenschweren Unternehmens am 1. Februar 2012 wurde ein sofortiges Ausgangsinvestment von mindestens 5 Billionen USD erwartet. Bis dato wurden solche Summen nur mit der Rüstungs- und petrochemischen Industrie assoziiert.

[4] Die jüngste Einladung in den Verbund der GKR ging an zwei der verbliebenen arabischen, parlamentarischen Monarchien – Jordanien und Marokko – welche die Einladung aber eher als Druck, als als Zeichen der Anerkennung ihrer Eigenstaatlichkeit sehen.

[5] Auf Grund der Angst vor dem linksorientierten, republikanischen Panarabismus und Nasserismus hat die USA Saudi Arabien ermutigt, existierende sowie neue, große Netzwerke der Medrese-Koranschule im Mittleren Osten zu fördern – Prof. Cleveland erinnert uns in seinem Buch: A History of the Modern Middle East. In den letzten drei Jahrzehnten ist dieser Tiger zu groß zum Reiten geworden, wie Lawrence Wright in seinem inspierierenden Buch über die Al Qaida aufzeigt: The Looming Tower. Wright zeigt auf, dass, auch wenn die Saudi’s nur 1,5 % der muslimischen Weltbevölkerung darstellen, sie dennoch ca. 90 % der islamischen Institutionen von den USA bis nach Kirgistan/Xinjiang und von Norwegen bis nach Australien kontrollieren. In dem sie auf grob vereinfachte, starre und sektierische „wahhabi-salafistischen“ Interpretationen religiöser Texte bestehen, korrumpieren und verhindern diese Institutionen zusammen mit ihren Geistlichen eine wichtige innere Debatte über Islam und Modernität. Dies bringt die (arabischen und nicht-arabischen) Muslime auf einem gefährlichen Konfrontationskurs mit dem Rest der Welt.

[6] Es wird zunehmend schwieriger für die USA, ihre Militärausgaben von mehr 100 Billionen USD pro Jahr für die Präsenz in einem Land zu rechtfertigen, dessen BIP nur annähernd 14 Billionen USD ausmacht und für den Kampf gegen die Al-Qaida, die kürzlich geköpft wurde, als der Saudi Rasputin/Wahhabi Houdini außerhalb Afghanistans lokalisiert und eliminiert wurde.

[7] In der EU zirkuliert ein Anspruch der beides, zynisch und irreführend zugleich ist: „Der Multikulturalismus in Europa ist gestorben“. Den Islam, den Europa gestern im Mittleren Osten unterstützt hat, ist der Islam, den  Europa heute bekommt. Es ist nicht verwunderlich, dass der Islam, der sich in der Türkei (oder in Kirgistan und Indonesien) ausgebreitet, liberal und tolerant ist, während er in Nordeuropa ablehnend, eingeschränkt und bestimmend ist.

[8] Die Golf-OPEC Staaten haben - dank des hohen Reinheitsgrades des Rohöles (gemessen an allgemeinen Eigenschaften, wie dem Aggregationszustand, der Gravitation des Aushubes, der Viskosität, dem Gewicht und dem Verunreinigungsgrad durch Schwefel und anderen Substanzen) – bei weitem die niedrigsten Kosten die Ölgewinnung betreffend. Daher können die Golfstaaten das Barrel Rohöl für unter 5 USD, und andere OPEC Staaten für unter 10 USD produzieren. Laut der Internationalen Energie Agentur (IEA) ist das, das der gravierende Gegensatz zu Ländern wie den USA, Russland, Norwegen, Kanada und anderen Staaten, deren Produktionskosten pro Barrel ein Vielfaches betragen.

[9] Entgegen der typisch moralischen Verurteilung und dem Aufschrei der Zivilbevölkerung, sind Krieg und ähnliche Unruhen (innerstaatlich oder zwischenstaatlich) – um es mit den Worten Machiavellis, oder simpel mit den Worten der Wirtschaft auszudrücken – wünschenswerte Vorkommnisse. Vor allem in Ländern in denen die Waffenproduktion bzw. –lieferung nicht mehr der Obhut des Staates unterliegt (sondern den Händen multinationaler Konzerne), sind kriegsbezogene Ausgaben üblicherweise gute Neuigkeiten für die Wirtschaft.

[10] Das ist der Grund, warum der zweitgrößte OPEC Ölproduzent Anfang 2008 seine eigene „Öl Börse“ eröffnet hat. Die IOB/Kish Bourse beabsichtigt mit iranischem Öl, Gas und anderen petrochemischen Produkten frei (und in anderen Währungen als dem US Dollar) zu handeln. Bis Juli 2011 wurden auf dieser Börse nur aus Öl hergestellter Kunststoff, sowie pharmazeutische Halbfabrikate gehandelt - seit Herbst 2011 nun auch Öl.

[11] Einerseits werden die USA zwar oft für ihre Omnipräsenz kritisiert, andererseits wird die Gewährleistung des globalen Energieflusses fossiler Brennstoffe für selbstverständlich angenommen (z.B. patroulliert die US- Pazifikflotte der US Navy auf 50 % der Erdoberfläche). Hier traut sich niemand über Alternativen nachzudenken.

[12] Der verbissene Widerstand der USA gegen Maßnahmen des Kyoto-Protokolls ist logisch, wenn nicht sogar gerechtfertigt.

[13] Der ukrainische Professor Vladilen A. Krayushin hat die hochgradig faszinierende Theorie präsentiert (unterstützt durch umfangreiche geologische Beweise – inklusive der bakteriologischen Analyse tieferliegenden Kohlenwasserstoffs). Die abiotische Natur des Öls und seiner praktisch grenzenlosen Fähigkeit sich in tieferen geologischen Formationen wiederherzustellen (Santa Fe, New Mexico, 1994). Diese Theorie ging in die komplett entgegensetzte Richtung als die führende wissenschaftliche Meinung, die die biogene Natur des Öls vertritt, in der Petroleum als biologisches/er Überbleibsel oder Müll von versteinerten, frühen biologischen Lebens gesehen wird. Somit wurde sie größtenteils ignoriert und vergessen.

[14] Wenn man versucht die Richtungen der Entscheidungsträger zu analysieren und die Politik/Strategien zu interpretieren scheint es oft, dass die „Mainstream- Wissenschaft“ ausschließlich und konservativ, ablehnend und reagierend, aufgeteilt und isolationistisch agiert und dabei den systematischen und ehrlichen, interdisziplinären Austausch, sowie die konstante Horizontalisierung der Debatten verabsäumt.

[15] Alleine die USA leihen sich täglich 1 Billion Dollar aus um Öl zu importieren – kurz gesagt, diese Nation verbrennt kontinuierlich unverdientes Vermögen – was die psycho-finanzielle Abhängigkeit weiter vergrößert.

[16] Larry Diamond hat enthüllt (in dem er Kohlenwasserstoff mit der gegenwärtigen politischen und sozio-ökonomischen Landschaft in Beziehung gesetzt hat), dass 22 Staaten der Welt, welche mehr als 60 % ihres BIP durch den Export von Kohlenwasserstoff verdienen, undemokratische, autoritäre Regime sind. (Allesamt mit riesiger Disparität und immer weiter klaffenden sozio-ökonomischen Gräben, sowie heftiger politischer Ungleichheit und nicht zuletzt langanhaltenden Ausschlüssen von Minoritäten.) Diese Länder repräsentieren annähernd die Hälfte aller Länder, die vom Jahresbericht des „Freedom House“ als „nicht frei“ bezeichnet werden.(Diese Staaten werden von westlichen Medien überwiegend für lokale und regionale Unruhen, internationale Waffenkonflikte, Hunger sowie für die Beherbergung und Finanzierung von Terroristen bezichtigt.) In der Tat werden 9 der Top 11-Ölexportierenden Länder von führenden Wissenschaftlern, als Diktatur und/oder despotische Monarchie bezeichnet. Prof. Diamond nennt es „demokratische Rezession“.

[17] Bajrektarevic, A. (2010), “Arctic and Antarctic – Security Structures Surrounding the Two Poles”, GHIR 2 (2): 218-219.  

[18] Abgesehen von der späten Romanov-frühen bolschewistischen Zeit, war Russland, während der Gorbatschow-Jelzin-Ära, seit den Zeiten Peters des Großen historisch gesehen am schwächsten. Nach schwankenden Jelzin Tagen hat die Putin-Regierung viel von der wirtschaftlichen Souveränität Russlands wiederhergestellt. Kein Wunder, dass Putin zu Hause bewundert und im Ausland gefürchtet wird: Sein Russland hat endlich den Schock des Verlustes seines historischen Reiches überwunden. Seine dritte Amtszeit (SWOP - Deal mit Medwedew) wird Russlands Gesamtklassement weiter festigen.

[19] Nur ein Beispiel: Google ist die mächtigste Informationsdatenbank für alle Informationen die je im Internet gesucht wurden. Facebook ist die leistungsstärkste Personendatenbank, die es je im Internet gab. Nicht nur, dass diese beiden IT-Riesen im gleichen Land bzw. der gleichen Region liegen, das Hauptquartier von Facebook ist sogar nur 200 Meter von Googles ehemaligem Hauptgebäude entfernt.

[20] Der "Arabische Frühling" fordert Russlands geopolitische Positionen in der Region heraus, aber dies ist für die russischen Ölexporte zweitrangig.

[21] Gefangen in einer schweren und dauerhaften politischen Sackgasse (über die Doha Development Round - DDR), in der Zwischenzeit von vielen stillschweigend erodiert, war die WHO noch immer ein internationaler Handelsverein, dem die Russen verzweifelt beitreten wollten. Nach einem 18-jährigen Verhandlungsmarathon wurde Moskau schließlich im Dezember 2011 in die Welthandelsorganisation aufgenommen. 

[22] In Wirklichkeit wird die herannahende Militärmacht Chinas nur die bereits existierende Situation verschärfen und zu neuen bilateralen Sicherheitsabkommen von benachbarten Staaten – insbesondere mit den USA – führen, wie bereits heutzutage in Asien, wo sich niemand mit einer passiven Rolle begnügen will. Letztendlich könnte das zu einer politisch-militärischen Isolation (und somit zu einer finanziellen Last) für China werden, was konsequenterweise die amerikanische Militärpräsenz im asiatisch-pazifischen Raum rechtfertigt und sowohl politisch als auch finanziell für die USA günstig wäre. Daher ist das chinesische Greifen nach fossilen Brennstoffen oder militärischer Konkurrenz für Marine-Kontrollen keine Herausforderung, sondern ein Impuls für den US-Asien-Pazifik - sogar insgesamt – eine Haltung. (Kalibrieren der Bemühungen der überseeischen Projekte und Zusagen - würden es manche als verwalten des Rückgangs eines Imperiums nennen - versagt die USA ohne zu bemerken, dass heutzutage die Hälfte der weltweiten Handelsvolumen durch das Südchinesische Meer transportiert werden. Deshalb wird die USA jeden regional territorialen Streit und andere Friktionen für ihren eigenen Sicherheitsvorteil nutzen, einschließlich der geteilten Kosten der militärischen Präsenz mit den lokalen Partnern, um die martitime Schlüsselrolle an der Grenze an Asien zu erhalten. Die sich vom Persischen Golf bis zum Indischen Ozean und von Malakka und dem Südchinesischen Meer bis nach oben zum Nordwest-zentralen Pazifik erstreckt.) Eine echte Herausforderung ist es, immer die (moralischen, politischen und finanziellen) Kosten zur Erfüllung der national- strategischen Ziele zu optimieren. In diesem Fall würde es sich um eine resolute Kehr Chinas in Richtung Grüner-Technologie handeln, die mit dem Aufbau eines asiatischen Multilateralismus gekoppelt ist. Ohne eine große Annäherung an die Meister des Multilateralismus in Asien – Indonesien, Indien und Japan – gibt es keine Umgebung für China um sich ernsthaft weiterzuentwickeln und als ein eindrucksvoller, dauerhafter und zuverlässiger weltweiter Führer aufzutreten. Mehr zu den pan-asiatischen Architekturen in meiner Arbeit (2011): " Preventive diplomacy: No Asian century ..." 

[23] Der aktuelle kanadische Ausstieg aus dem Kyoto-Mechanismus (angekündigt während der Durban Kyoto-II-Verhandlungen), scheint also eher rational und sehr logisch.

[24] Die moderne Geschichte ist voll von Beispielen, in denen die Entwicklung der Rohöl exportierenden Länder von den riesigen Einnahmen behindert wurde. Viel zu oft hat der Petro-Cash-Flow nicht geholfen, sondern die Entwicklung verzögert, oder notwendige wirtschaftliche Diversifizierung und politische Reformen behindert. Durch den passenden Gebrauch der Einnahmen um sozialen Frieden zu kaufen oder zu subventionieren, waren/sind die Regime weitentfernt. Tatsächlich stellen sie sich selbst Fallen: Schaffen eine immer stärkere psychologische und politische Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen.

[25] Bei genauerer Betrachtung des Institutionen schaffenden Ursprungs des Phoenix, der als die EU bekannt ist, werden drei Säulen erkennbar. Abgesehen von der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind zwei weitere Säulen mit der Energiepolitik verbunden: die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und die EuroAtom. Hier kommt das Paradoxe: Wie kommt es, dass die Union - seit über 50 Jahren auf diesen beiden energie-bezogenen Instanzen ruhend – funktioniert, ohne bis heute eine gemeinsame Energiepolitik zu betreiben? Nun, die Antwort liegt nicht im Namen, aber in der Natur dieser Unternehmen. Sowohl die EGKS als auch EuroAtom waren nur scheinbar energie-bezogen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die Kohle- und Stahlproduktion des Landes für gewöhnlich mit militärischer Stärke verbunden. Nach Hiroshima trat die Atomenergie der Vereinigung der stark überwachten (Militär/Sicherheit) Mitglieder bei.

[26] Es sind eher die internationale Energieagentur (IEA) und informelle Einrichtungen wie die G-7 und Davos, die dem Energie Clearinghouse- Zweck dienen, als die EU-Kommission.

[27] Im späten Frühjahr 2011 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Landsleuten überraschend, aber wiederholt, die Schließung aller nationalen Atomkraftwerke versprochen. Gemeinsam mit Wachstum und der Stabilitätsbewegung, applaudierten viele dieser hitzigen politischen Rhetorik; Ein lang erwarteter und dringend benötigter Plan für die High/Green Tech Erneuerung der EU. Um noch ein bisschen emotionale Ladung hinzuzufügen, haben  die meisten Analytiker die kühnen Worte des Versprechens der Bundeskanzlerin mit Sicherheitsbedenken verbunden. Dies kam mit dem japanischen Fukoshima Drama auf, als ob Deutschland Japans Geographie, Reaktor-Technologie und seismische Aktivität teilen würde. Jedoch schwiegen die meisten Kommentatoren über die Zeitplanung, die auch sehr gut mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Phase des sogenannten Nordstroms zusammenfiel. Es war die Erste von mehreren geplanten langen Rohrleitungen, die Kohlenwasserstoffe aus Russland direkt nach Deutschland über den Nordsee-Meeresboden liefert. Diese gewölbte Pipeline beseitigt jeden Transit Aufpreis der Osteuropäer und erzeugt in der Tat einen russisch-deutschen Druck auf die baltischen Staaten, Polen, der Ukraine und sogar zu den weit entfernten Aserbaidschan und Georgien.

[28] Die beiden Kommissionen, Prodi und Barroso, haben immer wieder betont, dass "derzeit einige unserer globalen Handelspartner mit primären Ressourcen, die wir in der EU/Europa nicht haben, konkurrieren. Einige konkurrieren mit billigen Arbeitskräften, welche wir nicht wollen. Einige konkurrieren zu Lasten ihrer Umwelt, was wir nicht akzeptieren können."

[29]  Der zu stark ausgeprägte Finanzsektor und die Hyper-Deregulierung von globalen und globalisierten Märkten brachten die chinesischen Niedriglohnbauern, die sich mittlerweile zu Arbeitern wandelten, in das Rampenlicht europäischer Überlegungen. Folglich ist in den letzten beiden Jahrzehnten das europäische Wirtschaftsgefüge Schritt für Schritt weg von einem traditionell auf Arbeit konzentrierten Fundament hin zu einem auf Investments in Übersee basierenden Konstrukt gegangen. Dieses Megaereignis, das wir heute im Dithyrambus der Eurozone sehen, hat sowohl vielfältige Auswirkungen auf das innereuropäische kulturelle, sozio-ökonomische und politische Gleichgewicht, als auch auf das Wachstum in China, das zu überhitzen droht. Diese spärliche, dünne und komprimierte Arbeit, welche noch immer in der alternden Vereinigung üblich ist, ist entweder bitterlich konkurrierend oder stark abhängig von den Gastarbeitern, welche per Definition unterrepräsentiert, oder durch die „Rechten“ Bewegungen zum Schweigen gebracht und andernfalls benachteiligt und behindert in ihren grundlegenden sozio-politischen Rechten sind.  Das ist es, was Europa von der restlichen Arbeitswelt unterscheidet. Deshalb kann sich der Kontinent heute nicht selbst orientieren (dies ist dringend notwendig, um die Herausforderungen zu erkennen sowie um  den europäischen Weg zu kalibrieren und gemeinsam zu definieren). Die heutige Union, gealtert aber nicht gereift, ist (in) ein(em) Schatten eines großen Tabus: die EU erzeugt alles andere, außer ihr eigenes Leben. Der Alte Kontinent sinkt demografisch, während er wirtschaftlich nur stagniert, was ihn gerade über Wasser hält. Der generationenübergreifende soziale Vertrag wurde stillschweigend aufgegeben, als eine ihrer wichtigsten operativen Instrumente - die Lissabon-Strategie – erodiert wurde und schließlich die Kohärenz verlor. Das Endspiel der sogenannten Euro-Krise wird zeigen, dass die Finanzinstitute weder unter demokratischer Kontrolle noch innerhalb der nationalen Souveränitätsdomäne stehen. (z.B. war vor 20 Jahren der Wert der gesamten globalen Finanztransaktionen 12 Mal so groß wie das gesamte globale Bruttojahresprodukt. Ende 2011 war es fast 70-mal so groß.) Bisher ist Island das einzige Land, das seinen Ministerpräsidenten mit Bezug auf die Finanzkrise angeklagt und verurteilt hat.

[30] Um die harten Umstände zu verschlechtern, haben fast alle europäischen Staaten, durch das Vernichten der jeweiligen Budgets für Bildung, Wissenschaft/Forschung & Entwicklung falsch auf die Krise reagiert. Das ist keine Politik, sondern anti-visionäre Panik, die nur Kürzungen für die Zukunft bringt  (zukünftige Generationen). (z.B. die EU-Investitionen in erneuerbare Energien schrumpfen seit 2008. Noch heute ist die EU-Budgetzuteilung für Landwirtschaft 10-mal größer als die für Forschung & Entwicklung.)

[31] Tokyo ist es sehr wohl bewusst, dass die asiatisch- geostrategischen Myopien stark und dauerhaft sind, weil viele asiatische Staaten entweder in ihrem engen Regionalismus eingesperrt oder/und in ihren wirtschaftlichen Egoismen verschanzt sind. Schließlich ist Japan das einzige asiatische Land, das deutlich von seiner eigenen modernen Geschichte gelernt hat. wie die Grenzen der starken Machtprojektion und die harten abstoßenden Kräfte, die sie als Nachwirkungen von den Nachbarn zurückbekommen. Ihre eigene vormoderne und moderne Geschichte hat kein Äquivalent in anderen asiatischen Schwergewichten, China und Indien.


   
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